Geschichte

Das APOLLO ist eines der ältesten Kinos Deutschlands. Es entstand 1908 aus dem ehemaligen Tanzsaal Sander. Damals waren regelmäßig Filme mit Diven wie Asta Nielsen, Thea von Harbou oder Stars wie Paul Wegener, Werner Kraus und Harry Piel zu sehen. Pianisten klimperten zur Begleitung. Mit Beginn der 30er Jahre konnten auch im Apollo Tonfilme vorgeführt werden. Willy Birgel "ritt für Deutschland", bis im November 1944 ein Bombentreffer auf das Nachbarhaus den Spielbetrieb unmöglich machte. Schon zwei Monate nach Kriegsende, am 24. Juli 1945 eröffnete das APOLLO wieder mit Wolfgang Staudtes "Zirkus Renz". In den 50er Jahren war das APOLLO auf amerikanische Filme mit Stars wie John Wayne, Richard Widmark oder Gregory Peck spezialisiert, die Lindener SCHAUBURG, nur wenige hundert Meter vom APOLLO entfernt, füllte Ihre 1200 Plätze mit deutschen Nachkriegsproduktionen. Anfang der 70er Jahre schien das Kinosterben auch vor dem APOLLO nicht halt zumachen.

Das Apollo 1918 - Noch wird ohne grössere Kinotransparente oder Plakate geworben. Foto: Andreas Andrew Bornemann, www.postkarten-archiv.de Hochzeit im Jahr 1906 im Tanzsaal Sander. 1908 wird aus dem Tanzsaal das Apollo mit 300 Plätzen. Foto: Familie ter Horst Die erst 23jährige Wilhelmine Kaufmann eröffnete das Lichtspielhaus und Hannovers Arbeiterbezirk hatte sein erstes Kintopp. Foto: Familie ter Horst Nach dem Tod von Wilhemine Kaufmann im Juni 1945 übernimmt Ihre Tocher Jutta mit ihrem Mann Henk Ter Horst das Apollo. Foto: Familie ter Horst Das Apollo im Jahr 1956. Foto: Stadt Hannover Henk ter Horst mit seinem neuen Programmmacher Achim Flebbe im Jahr 1973. Foto: Familie ter Horst Das Apollo Ende der 70er Jahre. Das Apollo von Mitte der 80er Jahre bis Januar 2002 mit den etwas unbequemen Cordstühlen. 2011: Seitlicher Blick auf die Bühne 2011: Der Raff-Vorhang der Apollobühne 2011: Ein Blick in den Saal Stuck an der Saaldecke im Detail Holzstühle von 1908 im Foyer IIllusionsmalerei im Saal Präsentationsschrank für Trumph Schokolade Preistafel im Foyer
1973, als sich das traditionsreiche Kino mit "Schulmädchen-Reports" über die Runden schleppte, erschien ein filmbegeisterter Student namens Achim Flebbe (Mitglied des hochschulinternen Filmclubs) an der Apollo-Kasse und fragte den damaligen Besitzer Henk ter Horst, ob er nicht einmal Filmvorschläge machen dürfte. Der nette ältere Herr ließ den Studenten gewähren und die Idee, fortan anspruchsvolle Unterhaltung für vorwiegend studentisches Publikum zu bieten, bescherte dem APOLLO von heute auf morgen wieder ausverkaufte Vorstellungen. Eines der ersten Programmkinos Deutschlands war entstanden. Aus dem damaligen Studenten ist heute der geschäftsführende Gesellschafter und Erfinder der CINEMAXX-AG geworden.

Am 05. Mai 1981 brannte das Hinterhofkino aus. Ein Gast der Spätvorstellung hatte offensichtlich eine Zigarettenkippe fallen lassen. Schnell entschied Henk ter Horst das Kino wieder aufzubauen. Bei der Renovierung wurde auch der bisher verdeckte Stuck an der Decke wieder freigelegt. Mit dem beziehungsreichen Titel "Viel Rauch um nichts" wurde am 01. August 1981 wieder eröffnet.

Das APOLLO ist heute eines der letzten Stadtteilkinos in Deutschland mit einer einmaligen Programmstruktur. Noch immer kann man seinen Kinobesuch langfristig planen, da jede Vorstellung einen Monat im voraus festgelegt wird. Gespielt wird ein unvergleichbarer Mix aus aktuellen und klassischen, anspruchsvollen Filmen mit geringen Eintrittspreisen zwischen 2,- und 6,- €. So sicher die Wiederkehr von Weihnachten ist, so sicher ist auch die Aufführung von "Harold & Maude" in den letzten Tagen des endenden Jahres. Wenn man einen Film in der Erstauswertung in der Innenstadt verpasst hat, oder keine Lust auf Multiplexkinos hat, hat man meistens Glück, denn in einem der folgenden Monate zeigt das nostalgische APOLLO ihn wahrscheinlich nocheinmal. Ergänzt wird das Angebot durch Filmnächte, Filmpremieren hannoverscher Fachhochschüler, Privat-, Sonder- und Schulvorstellungen, Lesungen und Regisseurbesuche. Im Jahr 2006 haben wir die Toilettenanlagen renoviert und ein neues gemütliches Foyer geschaffen. Wir bedanken uns bei den Unterstützern und Förderen dieses Projektes: DESIMO und den vielen hannoverschen Künstlern der APOLLO-KLO-SHOW, der Firma HEMPELMANN und der Länderförderung nordmedia.

Die eingeschworenen APOLLO-Fans schwören heute auf das unvergleichliche Ambiente des einzigen richtigen Kiezkinos in Hannover und sein "Häagen-Dazs-Eis".

Die ausführliche Fassung der Geschichte des Apollokino finden Sie hier.

Infos zur hannoverschen Kinogeschichte gibt es hier.